Bevor wir weitergehen, möchte ich eine Frage stellen, die provokativ erscheinen mag: Was, wenn unsere ökologische Krise nicht in erster Linie eine Verhaltenskrise wäre, sondern eine Architekturkrise? Keine Willensschwäche, sondern ein Konstruktionsfehler. Nicht zu schwache Bremsen, sondern das strukturelle Fehlen von Bremsen im Motor unserer Wirtschaft.
Dies ist die These, die ich seit Jahren verteidige und in L'Économie de l'Équilibre entwickle: Das aktuelle Geldsystem ist intrinsisch degenerativ. Es kann nicht an den Rändern reformiert werden. Es muss in seiner grundlegenden Architektur neu gedacht werden.
Bankgeld: ein Motor, der zum Beschleunigen gebaut wurde
Um zu verstehen, warum ich von Degeneration spreche, müssen wir zum banalsten — und am wenigsten verstandenen — Mechanismus unseres wirtschaftlichen Alltags zurückkehren: der Geldschöpfung.
Wenn eine Geschäftsbank Ihnen einen Kredit gewährt, schöpft sie keine vorhandenen Einlagen. Sie erschafft Buchgeld ex nihilo und verbucht es gleichzeitig als Aktivum (Ihre Schuld) und Passivum (Ihr Konto).
Fluch Nr. 1: Schulden, Zinseszinsen und die Metapher der Löcher.
Wir sind gezwungen, immer tiefere Löcher in die Natur zu graben, um immer größere Löcher in unseren Bilanzen zu schließen.
Schulden sind nicht nur ein Buchungseintrag. Sie sind ein Versprechen: morgen in der Natur zu finden, was benötigt wird, um sie mit materiellen Vermögenswerten zu unterlegen.
Fluch Nr. 2: Rückkopplungsschleifen und die unmögliche Entkopplung.
Und Gaia sprach zu den Menschen: Es ist vergeblich, mich mit Geld zu heilen, das ihr aus meinen tiefsten Wunden schöpft.
Fluch Nr. 3: Der gordische Knoten — Finanzschulden gegen Planetenschulden.
Unsere Schulden gegenüber der Natur zu begleichen, verschlimmert nur unsere Finanzschulden.
Umgekehrt verschlimmert das Begleichen unserer Finanzschulden unsere Schulden gegenüber der Natur.
Schulden sind nicht nur eine Zahl auf einem Bildschirm. Sie sind eine Hypothek auf die Biosphäre.
Ist dieses System einzigartig? Nein — aber es ist dominant und strukturierend.
Das aktuelle System ist kein Naturgesetz. Es ist eine historische Entscheidung, so dominant geworden, dass es unsichtbar ist. Wie Wasser für einen Fisch.
Eine Welt ohne Geld? Vorsicht, das Kind nicht mit dem Badewasser auszuschütten.
Die Frage ist nicht: Brauchen wir Geld? Die Antwort ist ja. Die Frage ist: Welches Geld, wie geschöpft, von wem ausgegeben, um was zu dienen?
Das Auto ohne Bremsen — eine treffende Metapher.
Ich betrachte Geld nicht als Energie. Es ist ein Vektor und Orientierungsgeber menschlicher Wünsche und Motivationen.
Dieses Fahrzeug hat keine Bremsen, und wenn sein Motor so konstruiert ist, dass Geld der Vektor der Extraktion ist, wird das Fahrzeug immer in Richtung der degenerativsten Aktivitäten beschleunigen.
Das Auto rast mit hoher Geschwindigkeit auf die planetaren Grenzen zu. Und eingeschlossen in unseren dogmatischen Überzeugungen, erfindet niemand ein echtes Bremssystem noch eine Motorarchitektur, die den Treibstoff (Geld) dissipiert, während sie die Realität (Ökosysteme) dissipiert.
NEMO IMS: das Fahrzeug mit integrierter Bremse neu bauen
NEMO IMS schlägt einen Zweikanal-Treibstoff, eine dissipative Architektur mit orientierten Kanälen und in den Motor integrierte Bremsen vor: das differenzielle Demurrage. Differenziell nach dem ökologischen Einfluss der Aktivität.
NEMO IMS: was dieses neue Fahrzeug ermöglicht
Der Yin-Kanal von NEMO IMS ermöglicht die Monetarisierung des unlösbaren Wesentlichen. NEMO IMS schafft die Bedingungen für eine Welt, in der je weniger man zerstört, desto mehr man verdient.
Geld ändern bedeutet die Welt ändern
Die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Und das ist der Sinn von NEMO IMS.
Jean-Christophe Duval